Das Projekt entstand als freies, reales Projekt für das Furnierwerk Fritz Kohl (Karlstadt).
Dieses Fallbeispiel zeigt konzeptionelle Arbeit von der Analyse bis zur Umsetzung, exemplarisch am Projekt „Haptische Werbeartikel“ – auf Basis der Zielgruppen, des Wertigkeitsanspruchs und der
Materialkompetenz des Unternehmens.
Das Furnierwerk Fritz Kohl stellt hochwertige Echtholzfurniere für anspruchsvolle Anwendungen her.
Der internationale Kundenkreis des Unternehmens investieren bewusst hohe Beträge in Material, Qualität und Verarbeitung.
Klassische Werbeartikel wurden diesem Anspruch nicht gerecht.
Gesucht war ein Ansatz, der Wertigkeit, Materialverständnis und Unternehmenshaltung sichtbar macht – nicht über Masse, sondern über Sinn und
Qualität.
Ziel war die Entwicklung individueller haptischer Werbeartikel im Premiumsegment, die:
einen klaren Bezug zum Werkstoff Echtholzfurnier haben
den Qualitätsanspruch des Unternehmens widerspiegeln
unterschiedliche Kundentypen ansprechen
und langfristig beim Empfänger verbleiben
Die Werbeartikel sollten nicht nur gefallen, sondern Beziehung zum Material und zum Unternehmen aufbauen.
Ausgangspunkt war die Frage, wie sich die Besonderheit von Echtholzfurnier nicht nur zeigen, sondern erlebbar machen lässt.
Als konzeptionelle Grundlage wählte ich die drei Phasen der Herstellung und Verarbeitung von Echtholzfurnier.
Diese bilden das inhaltliche Gerüst des Projekts und übersetzen den Produktionsprozess in drei gleichwertige, haptische Objekte.
Zentrale Leitgedanken:
Material ist Träger von Bedeutung, nicht bloße Oberfläche
Wertigkeit entsteht durch Reduktion und Präzision
Unterschiedliche Zielgruppen benötigen unterschiedliche Zugänge
Die drei Objekte richten sich bewusst an:
Gestalter und Architekten
Endkunden mit hoher Affinität zu Qualität und Gestaltung
sowie an die spielerische, neugierige Seite
So entsteht ein Triptychon, das den Werkstoff Echtholz aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar macht.
Entwickelt wurden drei gleichwertige haptische Werbeartikel, die jeweils einen Aspekt der Furnierherstellung und -verarbeitung repräsentieren.
Alle Objekte:
basieren auf Echtholzfurnier
sind hochwertig verarbeitet
verzichten auf dekorative Überfrachtung
und setzen auf taktile Qualität
Die Gestaltung folgt keinem Trend, sondern dem Material selbst.
Jedes Objekt ist eigenständig, zugleich Teil eines konzeptionellen Ganzen.
Das Ergebnis ist kein einzelnes Objekt, sondern ein bewusst entwickeltes Triptychon, das Material, Herstellung und Nutzung miteinander verbindet.
Die Herstellung von Produkten aus Echtholzfurnier kann man grob in drei Phasen einteilen: Das Wachstum des Holzes, die Herstellung
des Furniers aus dem Baumstamm und die Gestaltung des fertigen Endprodukts.
Für jeden dieser Phasen habe ich ein Werbegeschenk entwickelt, dass die jeweilige Phase repräsentiert.
Alles Große beginnt im Kleinen. Ein Trieb durchdringt die Erde, eine Knospe öffnet sich dem Licht.
Eben noch perfekt verstaut in kleinster Hülle, entfaltet sich der Baum und startet seine fantastische Reise voller Transformationen.
Die Sonnentage und Regenstürme, die Kälte des Winters und das Erwachen des Frühlings, alles hinterlässt seine Spuren im Holz. Und so wächst in jedem Baum ein einzigartiges
Furnierbild.
Diese Phase wird durch das erste Werbegeschenk meiner Furnier-Triptychen repräsentiert:
CALYXA (calyx ist lateinisch für Knospe) ist eine Faltschale aus Echtholz-Furnier.
Sie steht für die Knospe, den Keimling, den Anfang des Wachstums. Für die Faltung und Entfaltung als Grundprinzip der Natur.
CALYXA basiert auf einer komplexen Origamifaltung, einem sogenannten Aktor. Aktoren sind bewegliche Faltungen, die verschiedene Formen annehmen können.
Insgesamt besteht sie aus 900 Echtholz-Furnier-Plättchen. Für die nötige Beweglichkeit sorgt der Grundkorpus aus gefaltetem Segeltuch.
Die Räder der Forstfahrzeuge, die Ketten von Motorsägen, die Zahnwalzen der Förderbänder, die Pleuel und Zahnräder der Maschinen und auch der Stamm selbst, im Herstellungsprozess findet man
überall Rotation. Und so wird mit jeder Umdrehung, Schicht für Schicht, der Stamm zum Blatt.
Diese Herstellungsphase wird durch das zweite Werbegeschenk meiner Furnier-Triptychen repräsentiert:
PARABOLA (vom engl. Parabola) ist eine Rotationsschale aus Echt-Holzfurnier.
Sie steht für die vielen Arten von Rotation bei der maschinellen Herstellung von Furnier.
PARABOLA besteht aus einem Standfuß und 60 Echt-Holzfurnier-Segmenten. Verbunden sind diese Segmente duch eine Art Buchbindung an der Innenseite.
So kann man PARABOLA als Furnierkatalog nutzen und durch die unterschiedlichen Furniere blättern.
Man kann diesen besonderen Katalog aber auch in den Standfuß einhängen, die einzelnen Segmente nach Belieben Auffächern und fixieren und als Schale nutzen.
Maserungen und Farben, die vom Wachsen und der Schönheit ihres Ursprung erzählen. Unendliche Vielfalt in Haptik und Optik. Ein jedes Blatt ein Kunstwerk der Natur.
Die Auswahl an unterschiedlichsten Furnieren ist mindestens so groß, wie die Fülle an Anwendungsbereichen und Verarbeitungsarten für diesen Werkstoff. Zeit, sich spielerisch von verschiedenen
Furnieren inspirieren zu lassen.
Die Phase der Gestaltung und Verarbeitung wird durch das dritte Werbegeschenk meiner Furnier-Triptychen repräsentiert:
VIERFLACH ist ein Magnetspiels aus zwölf Echtholz-Furnier-Tetraedern.
Es steht für die Kreativität, die Gestaltung und die Verarbeitung des Werkstoff Furniers.
Die Kraft von magnetische Verbindungen fasziniert viele Menschen und weckt fast automatisch den Spieltrieb. Spielen wiederrum weckt die Kreativität und ermöglicht eine kurze Pause vom Arbeitsalltag.
Neben der spielerisch-entspannenden Funktion, bietet sich VIERFLACH auch als Briefbeschwerer oder zum Aufbewahren von metallischen Gegenständen, wie zum Beispiel Büroklammern, an. Mit ein bisschen Kreativität kann man sich aus VIERFLACH eine Halterung für sein Smartphone oder seine Schlüssel bauen, kann Blätter oder Notizen dazwischen klemmen oder seine (Sonnen-)Brille drauf ablegen.
Das Projekt zeigt, dass Werbeartikel im Premiumkontext dann funktionieren, wenn sie:
das Material ernst nehmen
einen klaren inhaltlichen Bezug zum Unternehmen herstellen
und nicht auf kurzfristige Aufmerksamkeit, sondern auf langfristige Präsenz zielen
Haptik wird hier zum Kommunikationsmittel.
Das Fallbeispiel zeigt exemplarisch meine Arbeitsweise:
konzeptionelles Denken vor Gestaltung
Material als Bedeutungsträger
Zielgruppenverständnis statt Beliebigkeit
Gestaltung als Ergebnis eines strukturierten Denkprozesses
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